Sehr geehrte Damen und Herren
Die FDP Stadt Bern bedankt sich für die Möglichkeit zur Stellungnahme zur Mitwirkung „Neuordnung Allmenden“. Die FDP Stadt Bern begrüsst die Neuordnung der Berner Allmenden ausdrücklich. Die Allmenden sind ein zentraler Bestandteil der städtischen Infrastruktur und erfüllen wichtige Funktionen für Sport, Veranstaltungen, Naherholung und Begegnung. Eine Neuordnung bietet die Chance, die Nutzung zu optimieren und die Aufenthaltsqualität für alle Nutzenden zu verbessern. Bei der weiteren Ausgestaltung des Projekts sind aus Sicht der FDP Stadt Bern die folgenden Aspekte zentral.
Parkierung und Neubau Parkhaus
Wir begrüssen die vorgesehene Aufhebung der oberirdischen Parkplätze auf der grossen und der kleinen Allmend. Nur so wird überhaupt zusätzliche Fläche frei, welche künftig anders genutzt werden kann. Gleichzeitig ist im Sinne des geltenden Parkplatzkompromisses sowie der kantonalen Vorgaben klar, dass diese Parkplätze nicht ersatzlos aufgehoben werden können. Entsprechend unterstützt die FDP Stadt Bern den Neubau eines Parkhauses ausdrücklich. Es ist aus unserer Sicht ein Glücksfall für die Stadt Bern, dass eine private Investorin bereit ist, sich finanziell an dieser wichtigen Infrastruktur zu beteiligen. Die Idee, das Parkhaus oberirdisch, statt unterirdisch zu realisieren, erachten wir als prüfenswert und vielversprechend. Ein oberirdisches Parkhaus bietet den Vorteil, dass es ausserhalb von Grossveranstaltungen auch für andere Nutzungen – beispielsweise sportliche Aktivitäten – zur Verfügung stehen könnte. Zudem wäre ein solches Parkhaus einfacher rückbaubar, falls sich die Bedürfnisse in Zukunft verändern sollten. Dies erhöht die langfristige Flexibilität und Nachhaltigkeit der Lösung.
Stärkung der Sportnutzung
Die FDP Stadt Bern anerkennt, dass die Allmenden von unterschiedlichen Anspruchsgruppen genutzt werden und verschiedene Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Für uns ist jedoch klar, dass der Sport künftig mehr Platz erhalten muss. Der Sportstadt Bern fehlen bereits heute 12‘000 Nutzungsstunden auf Rasensportfeldern. Aufgrund der Entwicklungen, allen voran im Mädchen- und Frauenfussball sowie dem Umstand, dass Bern in den kommenden Jahren weiterwachsen wird, gilt es diesem Thema eine hohe Priorität einzuräumen. Gleichzeitig sind geeignete Flächen für zusätzliche Sportinfrastruktur im Stadtgebiet äusserst knapp. Die Allmenden stellen daher eine zentrale und einmalige Chance dar, dringend benötigte zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.
Bei der Neuordnung und beim Bau zusätzlicher Felder ist es wichtig, die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Sportarten und Sportvereine konsequent zu berücksichtigen, damit die begrenzten Flächen optimal und effizient genutzt werden können. Für die FDP Stadt Bern ist ebenfalls klar, dass der BSC YB einschliesslich der beiden Profiteams wichtiger Bestandteil der Sportstadt Bern ist. Die FDP Stadt Bern unterstützt das Bestreben, dem BSC YB zwei neue Naturrasenfelder auf der grossen Allmend zu ermöglichen.
Naherholung und Aufenthaltsqualität
Auch für die Naherholung bleiben die Allmenden von grosser Bedeutung. Personen, welche die Allmenden zum Spazieren, Joggen, Verweilen oder zur allgemeinen Erholung nutzen, können weiterhin den umrahmenden Hügel sowie die grosszügigen Freiflächen der kleinen Allmend nutzen. Die FDP Stadt Bern begrüsst ausdrücklich Massnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität, insbesondere durch zusätzliche Sitzgelegenheiten sowie Schattenplätze.
Zusätzliche Sportnutzungen auf der kleinen Allmend
Die FDP Stadt Bern würde es jedoch sehr begrüssen, wenn künftig auch auf der kleinen Allmend zusätzliche Sportnutzungen ermöglicht werden. Voraussetzung dafür ist jedoch der Bau der notwendigen Infrastruktur, insbesondere Garderoben, Toiletten und Materialräume in unmittelbarer Nähe der Sportflächen. Ohne diese Infrastruktur ist eine nachhaltige und intensive sportliche Nutzung nicht realistisch möglich.
Verbindung der Allmenden / Brücke über die A6
Die FDP Stadt Bern begrüsst die vorgesehene Verbreiterung der Brücke zwischen der grossen und der kleinen Allmend. Eine deutliche Verbreiterung verbessert die Verbindung zwischen den beiden Allmenden und erhöht die Nutzungsqualität wesentlich. Dabei gilt aus unserer Sicht der Grundsatz: Je breiter, desto besser. Eine verbreiterte Brücke könnte zudem zusätzlichen Raum für notwendige Infrastrukturen wie Materialräume bieten. Eine visionäre Lösung wäre langfristig sogar eine vollständige Überdeckung der A6 in diesem Bereich, um eine zusammenhängende Allmendfläche zu schaffen. Wir würden es entsprechend sehr begrüssen, wenn die Stadt Bern die im Jahr 2022 vom Berner Architekten Kurt Vetter vorgeschlagene Variante eingehend prüfen würde.
Rasche Verbesserungen für den Sport
Angesichts des akuten Mangels an Sportinfrastruktur wäre es aus Sicht der FDP Stadt Bern wichtig, dass Verbesserungen nicht erst mit Abschluss des Gesamtprojekts im Jahr 2030 wirksam werden. Es sollen daher pragmatische Zwischenlösungen geprüft und rasch umgesetzt werden. Dazu gehört beispielsweise der Einsatz mobiler Beleuchtungsanlagen, um die Nutzungszeiten bestehender Felder kurzfristig zu erhöhen. Solche Massnahmen könnten parallel zur Umsetzung der Neuordnung realisiert werden und würden den Sportvereinen bereits kurzfristig eine spürbare Entlastung bringen.
Wir danken Ihnen für die Berücksichtigung unserer Anliegen